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Ortsgemeinde Aug-Radisch

Ortsgemeinde Aug-Radisch
Geschichtliche Entwicklung

In der Geschichte unterscheiden wir zwischen der vorgeschichtlichen und der geschichtlichen Zeit. Die vorgeschichtliche Zeit ist die Zeit,  aus der uns noch keine  schriftlichen Aufzeichnungen überliefert sind. Für Aug-Radisch dauert diese vorgeschichtliche Zeit bis zum Jahre 1229.

Das untere Murtal und das Grabenland, zu dem auch Aug-Radisch gehört, waren vor und während der Römerzeit, das ist die Zeit um Christi Geburt, bereits besiedelt.

Zur Zeit der Völkerwanderung (4. & 5. Jh.) wurden alle Siedlungen dieses Landstriches zerstört.

Zwischen 600 und 700 n. Chr. Geburt ließen sich hier die Slawen nieder. Viele slawische Ortsnamen wie Gnas, Radisch, Trössing usw. zeugen noch davon.

Unser Gebiet war ständig den Einfällen der Ungarn ausgesetzt. Daher war eine planmäßige Besiedlung des Raumes Mur – Raab bis ins 11. Jahrhundert nicht möglich.

Im Jahre 1131 schloss der Salzburger Erzbischof Konrad I. mit den Ungarn einen Vertrag, der sie verpflichtete, ihre Überfälle einzustellen. Ab diesem Zeitpunkt begann dann die systematische Besiedlung unseres Gebietes durch deutschsprachige Volksstämme.

Um diese Zeit entstand auch der Ort Aug, der im Jahre 1229 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Da wir immer Grenzland waren, waren wir auch oft von Feinden bedroht und besetzt. Hunnen, Awaren, Magyaren, Türken, Russen, Titotruppen usw. plünderten unsere Heimat.

Aber auch Hungersnöte, Seuchen (Pest) und Heuschreckenschwärme plagten unser Land. Immer wieder waren es der Lebenswille und die Robustheit der Steirer, die unsere Heimat nicht untergehen ließen.

Zur Ortsgeschichte

Die Dörfer der Gemeinde Aug-Radisch wurden vermutlich in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet, obwohl die ersten urkundlichen Nennungen erst später erfolgten.

Das früheste schriftliche Zeugnis von Aug oder „Awe“ (=Au), wie es damals hieß, stammt aus dem Jahre 1229.

Auch in einer Urkunde von 1374 erscheint der Name „Aw“, und im Seckauer Lehensbuch um 1500 ist von „in der Aw im Awersbahtal in der pharr am Straden“ die Rede.

In Aug befand sich auch vermutlich der Adelssitz der Auer, die erst Dienstmannen der Wildonier, dann der Walseer und der Pettauer waren.

Nach dem Aussterben dieses Geschlechtes unterstanden die Auer den Landesfürsten. Der Standort ihres Hofes, der später wohl unter den umliegenden Bauern aufgeteilt wurde, konnte noch nicht eindeutig festgestellt werden.

Als Seckauer Lehensgut wurde im Jahr 1406 erstmal Radisch als „Ratuschen“ urkundlich genannt.

Ein weiterer schriftlicher Beleg des Ortes findet sich in einem Kaufvertrag von 1410 als „Dorothe Khünzen des Sekleins selig Tochter und Jakob Posenbacher ihr Wirt’l dem Hansen Gnäser“ verschiedene Güter und Bergrechte in Auersbach, Lugitsch und „Ratuschen“ übertrugen.

Zwischen 1453 und 1456 wurde Andre Spitzer von Kaiser Friedrich III. mit Gütern in „Luknitz“ und „Ratuschen“ belehnt.

Um 1500 war – wie dem Seckauer Lehensburch zu entnehmen ist – auch „Ratuschen im Awrsbachtal in der pharr am Straden“ dem Bistum zehentpflichtig.

Weitere Nachrichten aus den folgenden Jahrhunderten sind nur spärlich erhalten. Doch es ist anzunehmen, dass auch diese kleine Gemeinde unter den im vorigen Kapitel angeführten Erschwernissen und Nöten zu leiden hatte.

Der Josephinische Kataster (1780 bis 1790) beschreibt die Grenzen der Gemeinde Lugitsch, zu der auch die Ortschaften Aug und Radisch gehörten, in weiten Sprüngen:

Sie nahm ihren Anfang bei des Michael Sundl vulgo Zenz Bergacker und ging abwärts bei der Bierbaumer Gemeinde nach dem allgemeinen Fahrweg beim Kürbispoidl-Haus vorbei bis zu des Michael Puntigam sogenannten Weitzackerschusters Haus Nr. 6.

Rechts abwärts nach dem Wiersdorfer Gemeinkahr und Zirknitzer Acker zu des dem Harrech Thoma vorbei, abwärts über den Bach zum Schröttner-Haus. Dann aufwärts zum Engstharler.

Von diesem rechts abwärts neben der Thiener Gemeinde zu Holzbauern und nach dem Haarbach zum Kementschneider rechts neben dem Puchensteinischen Hofwald an die Bierbaumer Gemeinde und wiederum zurück zum anfangs besagten Bergacker des Michael Sundl.

Die Ortsflur war in 26 Riede eingeteilt.

Lugitsch mit Aug und Radisch war eine Gemeinde des Bezirks Poppendorf, Pfarre Jagerberg und Gnas. Dienstbar zur Pfarrgült Gnas, Herrschaft Frauheim, Gült Hausmannstätten, Herrschaft Kornberg, Poppendorf, Bärneck und Pfarrhof Fernitz. Zur Herrschaft Kornberg mit 1/3 und zur Herrschaft Oberwildon mit 1/6 Getreid-, Wein- und Hirszehent pflichtig. Die Gemeinde hatte eine Größe von 310 Joch 538 Klafter. Gezählt wurden 4 Pferde, 28 Ochsen und 73 Kühe.

Die Grenzbeschreibung vom 5. August 1820 beschreibt die Grenze von einem Pflock zum anderen. Die Grenze begann „bey dem dreyeckigen Pflock Nr. 1 an Radischbache an Grundrain des Puchweberjagel und Knörlthoma wo die drey Gemeinden Radisch, Grabersdorf und Thien zusammengrenzen.“

An der Grenze sind keine markanten Punkte oder Objekte genannt, nur Zäune. Diese Grenzbeschreibung wurde unterschrieben für die Gemeinde Lugitsch vor Johann Kaufmann als Richter und den Geschworenen Franz und Michael Mand und Anton Weinhandl. 1878 war Lugitsch mit den Ortschaften Aug-Radisch ein Orts- und Katastralgemeinde des Gerichtbezirkes Kirchbach, nach Gnas eingepfarrt und eingeschult.

Sie umfasste 1224 Joch (703,800 ha) mit 123 Häusern, die von 703 Personen bewohnt wurden.

Aus der Gemeindestube ist sehr wenig überliefert. Die Gemeinde Lugitsch als eine rein agrarische Gemeinde hatte sehr zu leide unter dem sozialen Tiefstand der Dreißigerjahre.

1929 zeichnete Franz Hermann als Bürgermeister, 1930 Josef Pitzl.

Mit 1. Jänner 1931 trennte sich Aug-Radisch als eigene Ortsgemeinde unter Initiative von Herrn Franz Hermann von der Gemeinde Lugitsch.

Gemeindewappen

Wappenbeschreibung: „Im grünen Schild ein am vorderen Schildrand aufsteigendes Auerrind, hinten von einem gemindeten silbernen Phahl mit Blättern des Wiesenknopfes in verwechselnden Farben bestreut.“

Legende zum Gemeindewappen von Dr. Purkathofer:

Der zum Teil verwischte Spiegelabdruck in Wachs des Ulrich von Au aus dem Jahre 1390 lässt ein vierbeiniges Tier mit langem Schwanz erkennen. Da vielfach für Wappen Figuren gewählt wurden, die den Namen des Wappenträgers verdeutlichen sollten, kann mit Sicherheit auch für die Auer gelten, dass sie ein Ur, ein Auerrind, zu ihrem Wappentier gewählt hatten. Die Auer zur Aug-Radisch hatten offensichtlich den Namen vom Auerrind hergeleitet und nicht von der Au. Zur Zeit der Auer war das Auerrind in der Steiermark schon längst ausgestorben. Das Wappentier der Auer muss daher schon damals als ein Fabeltier angesehen werden; das Gleiche gilt nun auch für den Auerstier im Wappen von Aug-Radisch.

Die Blätter des Wiesenknopfes weisen auf die wasserreiche Gegend hin, da der Wiesenknopf eine typische Auenpflanze ist. 

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